Entwicklung und Durchführung eines medienpädagogischen Präventionsansatzes gegen sexuellen Missbrauch von Mädchen und Jungen

Anlässlich der öffentlichen Diskussion um die Sexualisierung von Mädchen und Jungen (s.u.) führt EigenSinn e.V. Videoprojekte zum Thema »Geschlechterdarstellungen in den Medien« durch. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe werden in geschlechtshomogenen Gruppen unterschiedliche Frauen- und Männerrollen in Fernsehformaten wie Castingshows, Musikvideos, Werbeclips usw. herausgearbeitet und (medien)kritisch hinterfragt. Das Selbstbild der Mädchen und Jungen und ihre Erwartungen an das eigene und andere Geschlecht werden reflektiert und eventuelle Zusammenhänge mit medial transportierten Rollen(vor)bildern hergestellt.

Die erarbeiteten Ergebnisse werden mit dem Medium Video anhand verschiedener Beitragsformen wie Interview, Umfrage und Spielfilm umgesetzt. Die Teilnehmer agieren dabei – mit der Unterstützung durch erfahrene Medienpädagogen – als Autoren, Regisseure, Kameraleute, Ton- und Lichttechniker und Darsteller.

Der Projektumfang beträgt 2 x 4 und 1 x 6 Unterrichtsstunden. Die Teilnahme an dem Projekt ist für die Schulen kostenlos. Die technische Ausstattung für die Videoproduktionen wird von den Referenten zur Verfügung gestellt.

Bei Interesse an der Durchführung des »Alles hip?«-Projektes in Ihrer Einrichtung rufen Sie uns bitte an! Das Projekt läuft noch bis Ende 2010.
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Hintergrund des Projektvorhabens

In der Öffentlichkeit wurde unter Schlagzeilen wie »sexuelle Verwahrlosung« oder »Voll Porno« (z.B. STERN 6/2007) auf Entwicklungen der Jugendkultur hingewiesen, die von Eltern und pädagogischen Fachkräften weitestgehend unbemerkt entstanden sind. Gemeint sind unterschiedliche Phänomene: Übernahme von Symbolen und Styling aus der Pornobranche, häufiger Pornokonsum von Heranwachsenden und das Nachahmen der dargestellten Sexualpraktiken, Konsum von sexistischem und gewaltverherrlichendem Hiphop, Aufzeichnung von sexuellen (Gewalt-) Handlungen per Handy (»Happy Slapping«) sowie deren Veröffentlichung im Internet, Kontaktaufnahme Jugendlicher zu Gleichaltrigen im Chat zwecks Anbahnung von »Blind Dates« mit dem Ziel sexueller Ausbeutung.

Insgesamt wird deutlich, dass die bisherigen Konzepte der Prävention von sexualisierter Gewalt nicht ausreichen, um den beschriebenen Phänomenen adäquat zu begegnen. Diese Phänomene werden vor allem auf die Übernahme medienvermittelter Geschlechtsrollenbilder und von Idolen präsentierter Verhaltensmuster zurückgeführt (vgl. Heiliger 2005).

Das Ziel des vorliegenden Projektvorhabens ist, die Entwicklung und Durchführung eines medienpädagogischen Präventionsansatzes gegen sexuellen Missbrauch von Mädchen und Jungen. Die Besonderheit liegt hierbei in der Kombination von medienpädagogischen und präventiven Ansätzen des Kinder- und Jugendschutzes.

Gefördert von der

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